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Fördermöglichkeiten

An der Finanzierung beruflicher Weiterbildung sind die Betriebe, der Staat, die Bundesagentur für Arbeit und die Privatpersonen beteiligt. In der Bildungsberatung vor Beginn eines Kurses beraten wir Sie, welche finanzielle Unterstützung es allgemein gibt, welche für Sie u. U. in Frage kommen könnte und an welche Einrichtung Sie sich mit Ihrem Anliegen wenden sollten.
 

Aufstiegs­fortbildungs­förderungs­gesetz ("Aufstiegs-BAföG")

Gefördert werden Fortbildungen in Voll- und Teilzeit, die fachlich gezielt auf öffentlich-rechtliche Prüfungen u. a. nach dem Berufsbildungsgesetz (bspw. Industriemeister, Fachwirt, Betriebswirt) vorbereiten (siehe http://www.aufstiegs-bafoeg.de/).

Der angestrebte berufliche Abschluss muss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen. Häufig ist daher eine abgeschlossene Erstausbildung Voraussetzung für die Prüfungszulassung zur Fortbildungsprüfung.

Zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren können Sie einkommens- und vermögensunabhängig einen Beitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren erhalten, und zwar bis maximal 15.000 Euro. Seit dem 01. August 2020 erhalten Sie 50 Prozent der Förderung als Zuschuss. Für den Rest der Fördersumme erhalten Sie ein Angebot der KfW über ein zinsgünstiges Bankdarlehen. Zudem werden Ihnen auf Antrag bei bestandener Prüfung seit dem 01. August 2020 50 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.

AFBG-Stelle der Sächsischen AufbauBank
 

Bildungs­gutschein

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Im Rahmen der Förderung der beruflichen Weiterbildung können die Agenturen für Arbeit bei Vorliegen der Förderungsvoraussetzungen Bildungsgutscheine für zuvor individuell festgestellte Bildungsbedarfe aushändigen.

Antragsteller müssen in der Regel entweder eine Berufsausbildung abgeschlossen oder drei Jahre eine berufliche Tätigkeit ausgeübt haben. Vor Beginn der Teilnahme an einer Weiterbildung muss eine Beratung durch die Agentur für Arbeit erfolgt sein.
 

Bildungs­prämie

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Seit 2008 unterstützt das BMBF mit dem Programm Bildungsprämie Erwerbstätige, die durch Weiterbildung ihre Chancen im Beruf verbessern möchten - vor allem diejenigen, die aufgrund ihres Einkommens bislang die Kosten einer Weiterbildung nicht ohne weiteres tragen konnten.

Die Bildungsprämie fördert grundsätzlich individuelle berufliche Weiterbildungsmaßnahmen, die für die Ausübung der aktuellen oder zukünftigen beruflichen Tätigkeit relevant sind und wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln bzw. Kompetenzen erweitern. Dies reicht vom Lehrgang für ein PC-Programm über Kompakt-Sprachkurse bis hin zu fachspezifischen Fortbildungen, wie etwa einem Grundlagenkurs für Existenzgründer.

Mit dem Prämiengutschein werden 50 Prozent der Veranstaltungsgebühren von Maßnahmen übernommen, die maximal 1.000 Euro (inkl. MwSt.) kosten.
 

Meisterbonus

Der Freistaat Sachsen gewährt Absolventen von Aufstiegsfortbildungen im gewerblich-technischen sowie im land-, forst- und hauswirtschaftlichen Bereich, die erfolgreich eine Fortbildung als Handwerksmeister, Industriemeister oder Fachmeister abschließen, eine Zuwendung i. H. v. 1.000 EUR.

Der Antrag auf Auszahlung muss bei der Industrie- und Handelskammer Dresden als der zuständigen Stelle für die Prüfungsabnahme gestellt werden. Mit der Geldleistung soll ein Anreiz für Facharbeiter geschaffen werden, sich beruflich weiterzubilden und damit die eigene Qualifikation zu stärken.

Berücksichtigt werden alle Meisterprüfungsteilnehmer, die ihren Hauptwohnsitz und Beschäftigungsort in Sachsen haben und ihre Meisterprüfung vor einer Kammer in Sachsen abgelegt haben.

IHK Dresden - Beantragung Meisterbonus
 

Soldaten­ver­sorgungs­gesetz

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Die Leistungen der Berufsförderung und der befristeten Dienstzeitversorgung sollen den Soldaten auf Zeit nach Eignung, Neigung und Leistungsfähigkeit eine individuelle Qualifizierung ermöglichen, sie auf die Zeiten der zivilberuflichen Bildung und der Tätigkeits- oder Beschäftigungssuche vorbereiten, diese Zeiten finanziell absichern und ihnen zu einer angemessenen Eingliederung in das zivile Erwerbsleben verhelfen.
 

Arbeit-von-morgen-Gesetz

Mit dem Arbeit-von-morgen-Gesetz ("Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung") richtet das BMAS die Weiterbildungsförderung weiter auf die sich ändernden Anforderungen der demografischen Entwicklung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit aus.
 
 

Berufliche Weiterbildung Sachsen (ReactEU) - betrieblich

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Gefördert werden Vorhaben der betrieblichen Weiterbildung, die dem Aufbau bzw. der Stärkung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen und Qualifikationen sowie der Steigerung der Beschäftigungschancen insbesondere im Hinblick auf krisenbedingte sowie strukturelle, ökologische und digitale Veränderungen dienen.

Antragsberechtigt sind Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern, rechtlich selbständige Unternehmen innerhalb eines Unternehmensverbundes mit bis zu 200 Mitarbeitern im Unternehmen sowie Selbständige und Freiberufler mit Sitz oder Niederlassung im Freistaat Sachsen.
Auch wichtig:
  • Kosten der Weiterbildung (Lehrgangsgebühren zzgl. Prüfungsgebühren) müssen mindestens 700 EUR betragen (mindestens 430 EUR, wenn ausschließlich Auszubildende Teilnehmer der Weiterbildung sind)
  • bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben (Weiterbildungskosten zzgl. Prüfungsgebühren) werden als Zuschuss gefördert
  • Weiterbildung kann nur komplett gefördert werden, wenn diese bis 31.10.2022 abgeschlossen ist
 

Berufliche Weiterbildung Sachsen (ReactEU) - individuell

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Gefördert werden Vorhaben der individuell berufsbezogenen Weiterbildung zur Verbesserung der beruflich nutzbaren Kompetenzen bzw. Qualifikationen sowie der Steigerung der Beschäftigungschancen.

Antragsberechtigt sind:
  • Erwerbstätige mit bestehendem Arbeitsverhältnis, einem regelmäßigen monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 3.300 EUR und einem Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen
  • Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes mit befristetem Arbeitsvertrag

Voraussetzungen ist u. a., dass die Kosten der Weiterbildung (Lehrgangsgebühren zzgl. Prüfungsgebühren) mindestens 1.000 EUR betragen müssen. Die Weiterbildung kann nur komplett gefördert werden, wenn
diese bis 31.10.2022 abgeschlossen ist.
 

Weiter­bildungs­stipendium der Stiftung Begabten­förderung

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Das Weiterbildungsstipendium unterstützt junge Menschen nach dem besonders erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung bei der weiteren beruflichen Qualifizierung. Das Stipendium fördert fachliche Lehrgänge, zum Beispiel zum Industriemeister oder zum Fachwirt, aber auch fachübergreifende Weiterbildungen, zum Beispiel EDV-Kurse oder Intensivsprachkurse.

Über einen Zeitraum von maximal drei Jahren (Aufnahmejahr plus zwei Kalenderjahre) können die Stipendiatinnen und Stipendiaten Zuschüsse von insgesamt 8.100 Euro (für z.B. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) erhalten. Der Eigenanteil beträgt 10 % der förderfähigen Kosten pro Maßnahme.
Nichts dabei? Eventuell werden Sie in der Fördermitteldatenbank Sachsen fündig.

Neben den genannten Fördermöglichkeiten der verschiedensten Institutionen gibt es die Möglichkeit, die Kosten Ihrer Weiterbildung als Werbungskosten im Rahmen Ihrer Steuererklärung geltend zu machen. Dies betrifft z. B.
  • Lehrgangs-/Seminarentgelte
  • Prüfungsgebühren
  • Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Teilnahme an Lehrveranstaltungen
  • Literatur, Lernmittel
  • Verpflegungsmehraufwendungen
  • Kosten für die Teilnahme an Lerngruppen